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Schwache Bienen machen starke Völker
Die Biene am 27.06.2016 um 17:05 (UTC)
 Völker der Östlichen Honigbiene Apis cerana überleben einen Befall mit der parasitären Varroamilbe, der für Völker der Westlichen Honigbiene Apis mellifera tödlich endet.

Ein internationales Forschungsteam von Agroscope und dem Institut für Bienengesundheit der Universität Bern hat zusammen mit Partnern aus China und Thailand entdeckt, dass ein Großteil der befallenen Larven der Östlichen Honigbiene stirbt, worauf das Bienenvolk die abgestorbenen Larven entfernt – zusammen mit ihren Parasiten. Erstaunlicherweise ermöglichen also schwache Bienen das Überleben des Volkes, indem sie die Vermehrung des Parasiten verhindern. Die ektoparasitische Milbe Varroa destructor stellt weltweit die größte biologische Bedrohung für die Gesundheit der Westlichen Honigbiene dar. Dieser Parasit ist eine ernste Gefahr für das Überleben der Honigbienen, was wiederum negative Auswirkungen hat auf die Artenvielfalt und auf die Bestäubung von Kulturen, die für die Lebensmittelsicherheit relevant sind, hat.

„Einer nachhaltigen Bekämpfung dieses Parasiten stand bisher unser begrenztes Verständnis im Weg, wie sich der ursprüngliche Wirt dieser Milbe, die Östliche Honigbiene, verteidigt“, erklärt Vincent Dietemann von Agroscope. „Mit dieser Studie wollten wir die Resistenzfaktoren identifizieren, die es Völkern der Östlichen Honigbiene erlauben, Infektionen mit diesem Parasiten zu überleben“, ergänzt der Erstautor Paul Page von Agroscope und dem Institut für Bienengesundheit der Universität Bern, der die vergangenen drei Jahre an diesem Projekt gearbeitet hat.

Ein Team aus Forschenden von Agroscope und vom Institut für Bienengesundheit der Universität Bern veröffentlichte zusammen mit Partnern der Universität Chiang Mai (Thailand) und der Universität Zhejiang (Hangzhou, China) kürzlich einen Artikel im Open-Access-Journal Scientific Reports (Nature Publishing Group), in dem ein bisher unbekanntes Verhalten bei der Östlichen Honigbiene als altruistischer Suizid zur Stärkung des Bienenvolkes beschrieben wird.

„Dieses Verhalten lässt sich mit dem Wehrverhalten der Arbeiterinnen vergleichen, die bei der Verteidigung ihres Volkes das Leben lassen: Ihr Stachel bleibt im Eindringling hängen, wodurch der ganze Stachelapparat aus ihrem Körper gerissen wird und die Biene verendet“, erklärt Zheguang Lin von der Universität Zhejiang, der ebenfalls zur Arbeit beigetragen hat.

Die neue Erkenntnis wurde experimentell gewonnen und beruht auf der Beobachtung der individuellen Empfindlichkeit gegenüber der Parasitierung. Befallene Larven der Östlichen Honigbiene sind gegenüber V. destructor empfindlicher als Larven von A. mellifera und sterben früher. Diese Beobachtung lässt vermuten, dass sich diese Schwäche entwickelte, um eine verbesserte soziale Immunität zu ermöglichen, da schwache und tote Larven zusammen mit den Parasiten aus den Völkern entfernt werden. Obwohl die hohe Empfindlichkeit der Individuen gegenüber dem Befall zum Tod des Einzelnen führt, wird sie durch natürliche Selektion begünstigt, weil das Überleben der Völker erhöht wird.

Diese Ergebnisse sind ein wichtiger Beitrag für die Erforschung von Insektenstaaten, weil sie einen neuen Ansatz zeigen, wie Individuen zur Bekämpfung von Parasiten zusammenarbeiten können: Unerwartet leisten für das Überleben der Kolonie nicht die „starken“, sondern gerade die „schwachen“ (d.h. empfindlichen) Individuen einen besonders wertvollen Beitrag. Diese Erkenntnis hat bedeutende Auswirkungen auf die Praxis in der Imkerei. In den vergangenen zwanzig Jahren haben die Bemühungen, das Überleben der Bienen gegenüber einem Befall mit V. destructor durch Züchtung zu verbessern, zu keinen befriedigenden Resultaten geführt. „Die Berücksichtigung der individuellen Empfindlichkeit bei künftigen Züchtungsprogrammen für A. mellifera wird zu widerstandsfähigeren Bienenvölkern und zu einer nachhaltigen weltweiten Imkerei beitragen“, ist der Ko-Autor Peter Neumann vom Institut für Bienengesundheit überzeugt.


Zitierung des Artikels
Paul Page, Zheguang Lin, Ninat Buawangpong, Huoqing Zheng, Fuliang Hu, Peter Neumann, Panuwan Chantawannakul & Vincent Dietemann. Social apoptosis in honey bee superorganisms. Sci. Rep. 6, 27210; doi:10.1038/srep27210 (2016).

Diese Studie wurde finanziell durch den Schweizerischen Nationalfonds, Agroscope und die Stiftung Vinetum unterstützt und von Forschenden von Agroscope (Schweizer Zentrum für Bienenforschung, Schweizerische Eidgenossenschaft), der Universität Bern, Schweiz (Institut für Bienengesundheit, Vetsuisse-Fakultät), der Universität Chiang Mai, Thailand (Bee Protection Laboratory, Department of Biology, Faculty of Science) und der Universität Zhejiang, China (College of Animal Sciences) durchgeführt.

Quelle und mehr: https://idw-online.de/de/news654100 (Nathalie Matter)
 

Das sogenannte FlowHive ansehen lohnt sich!
B.Wojke 16.03.2016 am 16.03.2016 um 13:55 (UTC)
 Unbedingt ansehen Honig ernte ohne Schleuder einfach und schonend!
 

More than Honey
B.Wojke 16.03.2016 am 16.03.2016 um 13:47 (UTC)
 Hier ein kleine Vorschau für den am 8. November 2012 erschienen ist wer den Film noch nicht gesehen hat sollte dies Nachholen!
 

Wildbiene des Jahres 2016
B.Wojke 18.02.2016 am 09.03.2016 um 17:50 (UTC)
 Waldhummel Wildbiene des Jahres 2016
Mit der "Wildbiene des Jahres" machen der Arbeitskreis Wildbienen-Kataster gemeinsam mit dem Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart, der Landesanstalt für Bienenkunde sowie den Imkerverbänden Badens und Württembergs auf die Gefährdung der einheimischen Wildbienen aufmerksam.


„Die Bunte Hummel (Bombus sylvarum) ist besser unter dem Namen Waldhummel bekannt, der jedoch irreführend ist, da diese Wildbienenart gar nicht in Wäldern lebt, sondern offenes Gelände bewohnt. In Expertenkreisen wird daher zunehmend die Bezeichnung "Bunte Hummel" verwendet. Diese verweist auf die abwechslungsreiche Färbung der Tiere. Durch die Kombination aus einer schwarzen Querbinde auf der Brustoberseite und einem orangerot gefärbtem Körperende ist die Bunte Hummel auch im Freiland recht sicher zu bestimmen. Sie ist von April bis Oktober zu beobachten.“

gbr


Quelle und weitere Infos:
http://www.deutschland-summt.de/wildbiene-des-jahres.html
 

Bundestagsbienen fliegen wieder
B.Wojke 02.03.2016 am 09.03.2016 um 17:49 (UTC)
 Ab Mai wird es im Deutschen Bundestag ein ganzes Bienenvolk geben. Die grüne Abgeordnete Bärbel Höhn hat von der Bundestagsverwaltung eine entsprechende Genehmigung bekommen.


Letztes Jahr gab es bereits einen erfolgreichen Probebetrieb mit einem Minivölkchen, der jetzt mit der Aufstellung eines kompletten Bienenstockes fortgesetzt werden soll. Die Bienen werden in unmittelbarer Nähe des Reichstages stehen und dort dauerhaft bleiben. „Im angrenzenden Tiergarten mit 210 Hektar gibt es eine Vielzahl von Bäumen, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen. Das Nahrungsangebot dürfte deshalb ziemlich gut sein“, so die Abgeordnete Höhn. Betreut werden die Bienen wieder von Dr. Benedikt Polaczek, dem Vorsitzenden des Imkerverbands Berlin. Aber auch Bärbel Höhn will ein Auge auf die Tiere werfen, die direkt neben ihrem Büro stehen: „Ich komme aus einer Imkerfamilie und habe meinem Vater oft über die Schulter geschaut.“
Quelle: Büro Höhn MdB, gbr
 
Kommentar von Reinhard, 27.04.2017 um 07:13 (UTC):
Auf Nachfrage bei Bärbel Höhn, habe ich die Anwort bekommen, das nun 2 Völker am Bundestag stehen und dieses Jahr ein Ableger dazu kommen soll.


Wo die Bienen sind!
B.Wojke 03.03.2016 am 09.03.2016 um 17:47 (UTC)
 Sag mir wo die Bienen sind
Das fragten einige Abgeordnete sinngemäß die Bundesregierung. Die reagierte mit einer 12-seitigen Antwort, darin: „Von den rd. 560 in Deutschland vorkommenden Bienenarten sind alleine 31 Arten vom Aussterben bedroht.“

In der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Steffi Lemke, Harald Ebner, Annalena Baerbock, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Drucksache 18/7492 –

Rückgang von Bestäuber-Insekten, insbesondere Wildbienen

heißt die erste Frage: „Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Situation von Bestäuber Insekten, vor allem von Wildbienen und Schmetterlingen in Deutschland seit den 1980er Jahren entwickelt? a) Wie viele heimische Wildbienen- und Schmetterlingsarten sind seit den 1980er Jahren ausgestorben?
Antwort der Bundesregierung: „Es gibt rund 560 Wildbienen-Arten in Deutschland, die in den Roten Listen (2012) bewertet wurden, davon sind 39 Arten ausgestorben oder verschollen. Aus den Artengruppen der Tagfalter, der Nachtfaltergruppen Spanner, Eulenspinner, Sichelflügler und Spinnerartige Falter, die einen großen Anteil der Bestäuber-Arten stellen, sind 19 Arten seit 1980 ausgestorben oder verschollen.

Der ganze Text mit 16 Fragen und Antworten ist hier zu lesen:
http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/18/077/1807705.pdf


gbr
 

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